Sehlicht versus Wuchslicht
Teil IV: Diskussion und Fazit

 

I. Lichtwirkungen II. Lichtbewertung III. Ergebnisse IV. Diskussion und Fazit

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Das vorgestellte Verfahren ist mit Einschränkungen und Unsicherheiten behaftet, die ein absolutes Ergebnis nicht ermöglichen. Es bleibt trotzdem eine eindeutige Tendenz erkennbar, die ich im Fazit am Ende der Seite noch vorstellen werde.

Die Güte der Ergebnisse ist direkt von der Qualität der Spektrogramme aus den Datenblättern abhängig. Da die Feinstruktur der Kurven Rückschlüsse auf die verwendeten Leuchtstoffe erlaubt, wird jeder Hersteller öffentlich zugängliche Diagramme "schönen", um seine Betriebsgeheimnisse zu wahren.

Gibt es möglicherweise Synergie-Effekte zwischen Photonen unterschiedlicher Energie (Licht unterschiedlicher Wellenlänge), wie den Emerson-Effekt, der das Vorhandensein zweier Photosysteme zeigt, auch innerhalb der Antennenpigmente in den Lichtsammelsystemen, also, ist ein vollständiges Spektrum besser als ein lückenhaftes?

Es existieren in der Literatur unterschiedliche Bewertungsfunktionen, die rechts nochmal zusammengefasst sind. Welche Bewertungsfunktion ist denn nun die richtige?

Wie an der Ordinatenbeschriftung in Bild 15 zu erkennen ist, beziehen McCree/Elgersma die Photosynthesewirksamkeit auf die Lichtquanten selbst, nicht auf den Energieinhalt eines Spektrumabschnitts wie die DIN, bzw. India/McCree. Da Photonen aus dem blauen Spektralbereich fast doppelt so energiereich sind wie Photonen des roten Lichts, gibt es hier einen systematischen Fehler, wenn man die unterschiedlichen Bezüge nicht berücksichtigt.

Die Photosyntheseaktivität der Pflanzen reagiert auf Änderungen der spektralen Zusammensetzung des Lichts, und dessen Modulation. Daher hängt bei Versuchen zur Gewinnung des Aktionsspektrums das Ergebnis davon ab, wie die Pflanze vor und während des Versuchs beleuchtet wird.

Da die Bewertungsfunktion nach India/McCree die z. Zt. aktuellste ist, habe ich das Bewertungsverfahren nochmal damit durchgeführt. Da die Betonung dort im roten Spektralbereich liegt, im Gegensatz zur DIN, deren Kurve ihr Maximum im blauen Bereich aufweist, werden sich die Verhältnisse zwischen rot- und blaubetonten Lampen umkehren.

Nachfolgende Tabelle stellt die Ergebnisse nach DIN und nach India/McCree gegenüber:

Mit der Bewertung nach McCree/India ändert sich die Rangfolge an den Spitzenpositionen, und die in der Hortikultur weit verbreitete Natriumdampflampe (SON-T Agro) erhält die Führung mit Abstand zurück. Am allgemeinen Vorsprung der Hochdruckentladungslampen ändert die neue Bewertung jedoch nichts.

Trotz aller Vorbehalte, Einschränkungen und Unsicherheiten läßt sich doch folgendes Fazit ziehen:

  • Halogen-Metalldampflampen liefern die höchste Photosyntheseausbeute,
  • Leuchtstofflampen bleiben trotz ähnlich hoher Lichtstromausbeuten dahinter zurück. In der Gruppe der Leuchtstofflampen führen die Dreibandenlampen vor den Vollspektrumlampen.
  • Spezielle Aquaristiklampen wie Gro-Lux und Aquarelle halten meiner Meinung nach nicht, was sie versprechen, und besitzen zusätzliche Nachteile wie geringe Lebensdauer und schlechte Farbwiedergabe.
  • Die Verifizierung der PAR- und Lumen-Verhältnisse durch eigene Messungen ist für die Zukunft geplant.
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Bild 4b: Bewertungsfunktion nach DIN 5031


Bild 15: Bewertung nach McCree/Elgersma, Philips, 1972


Bild 16: Bewertung nach India/McCree, 1998




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