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Das beschriebene
Gewichtungsverfahren habe ich nun auf verschiedene Lampen angewandt, die
wegen der guten Datenblattqualität hauptsächlich dem
Philips-Katalog entnommen wurden. Wegen der später noch beschriebenen
Nachteile und Einschränkungen des Verfahrens werde ich nicht jede Lampe im
Detail diskutieren. Rechts sind die Spektren der untersuchten Lampen
dargestellt, der Verlauf der Bewertungsfunktion ist mit im Diagramm
enthalten. Das Ergebnis ist in
folgender Tabelle zusammengestellt. Eigentlich interessant ist nur die stark
umrandete, rechte Spalte, welche die Photosyntheseausbeute der Lampen
enthält. Um Lampen unterschiedlicher Leistung direkt miteinander vergleichen
zu können, ist der Wert auf die Lampenleistung normiert. Die anderen Spalten
dienen der weiterführenden Information.

Die Resultate im Kurzen:
- Die Lichtausbeute in Lumen pro Watt ist nicht geeignet zur Beurteilung
der Photosyntheseleistung. So besitzt eine Halogen-Metalldampflampe MHN-TD
mit 86 lm/W einen höheren syn-Wert als z.B. eine Leuchtstofflampe (LL)
der Lichtfarbe 830 mit 93 lm/W.
- Ein hoher syn-wert korreliert mit einer hohen Strahlungsleistung.
Offensichtlich ist PAR W/m2 doch nicht ganz so
ungeeignet zur Beurteilung der Photosyntheseeffizienz, wie ich angenommen
hatte.
- Leuchtstofflampen schneiden i.A.
schlechter ab als Hochdruckentladungslampen, die das Feld anführen. Ich muß
zugeben, das mich das als erklärten Leuchtstofflampen-Fan etwas wurmt.
- Vollspektrum-Leuchtstofflampen
sind trotz besserer Übereinstimmung ihres Spektrums mit der
Photosynthesekurve schlechter als Dreibandenlampen gleicher Lichtfarbe.
- Lampen wie die Gro-Lux, die für sich in
Anspruch nehmen, am Photosynthesespektrum von Pflanzen entwickelt worden
zu sein, besitzen wegen
der geringen tatsächlichen Strahlungsleistung (geringer physikalischer
Wirkungsgrad) nur eine schlechte syn-Ausbeute. Zusammen mit ihren schlechten
Farbwiedergabeeigenschaften und ihrer geringen Lebensdauer sind diese
Lampen meiner Meinung nach wenig empfehlenswert.
- Quecksilberdampf-Hochdrucklampen (HPL), trotzdem ihre Benutzer oft über
gute Erfahrungen berichten, schneiden im rechnerischen Vergleich eher schlecht ab. Ihre
Photosyntheselichtausbeute erreicht gerade mal etwa 40 % der besten Lampen im Vergleich.
Auch diese Lampen besitzen nur eine mäßige Farbwiedergabe und relativ
geringe, nutzbare Lebensdauer (6000 h im Mittel). Auch diese Lampen
halte ich für Pflanzenaquarien weniger geeignet.
- Die Halogenlampe habe ich als Planckschen
Temperaturstrahler mit einer Farbtemperatur von 3.000 K gerechnet. Mir ist klar, daß ich
damit die Wolfram-Strahlung aus dem Glühdraht nicht mit erfasse, aber ich habe kein
verwertbares Spektrum einer Halogenlampe gefunden. Die Ergebnisse entsprechen aber den
Erwartungen. Die Sehlichtausbeute erreicht etwa ein Fünftel der von Leuchtstofflampen,
genauso verhält es sich mit der Wuchslichtausbeute. In Verbindung mit der niedrigen
mittleren Lebensdauer (2.000 bis 4.000 Stunden) sind Halogenlampen meines
Erachtens höchstens als
Beleuchtung kleiner Schreibtischaquaren geeignet.
- Die Aquarelle wird von Philips mit einer
Farbtemperatur von 10.000 K angegeben. Der hohe
Blauanteil ist im Spektrum links als Hügel zu erkennen.
Abgesehen von der Eigenlinie des Quecksilbers erreicht die Emission bis knapp 90
µW/lm/5nm, das ist mehr als dreimal soviel wie bei der Gro-Lux. Dieser hohe Blauanteil
treibt die Photosynthese-Lichtausbeute bis auf 191 syn/W hoch. Ich halte
trotzdem die Aquarelle für nur sehr bedingt geeignet. Im roten
Spektralbereich mit Wellenlängen größer 650 nm sendet die Lampe so gut wie
keine Strahlung mehr aus. Sie ist also nicht in der Lage, Pigmentsysteme
in diesem Wellenlängenbereich zu bedienen. Die Farbtemperatur ist
zumindest für Süßwasser unnatürlich hoch. Dazu kommt die vergleichsweise
niedrige nutzbare Lebensdauer, die Philips mit 8.000 Stunden angibt, und
der niedrige Farbwiedergabeindex, der mit 70 Punkten in der Höhe von
Standard-Leuchtstofflampen liegt. Ich kann mir diese Lampe höchstens als
Ergänzung vorstellen, nicht jedoch als alleinige Lampe.
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Bild 5: Leuchtstofflampe, Lichtfarben 830 und 865

Bild 6: Leuchtstofflampe, Lichtfarben 930, 940, 950
und 965

Bild 7: Quecksilberdampflampe, Standard und Comfort

Bild 8: Halogenmetalldampflampe, CDM 830 und 942

Bild 9: Natriumdampflampe,
SON-T Agro

Bild 10: Leuchtstofflampe, Lichtfarbe 25

Bild 11:
Halogenmetalldampflampe, MHW und MHN

Bild 12:
Leuchtstofflampe, Gro-Lux (Sylvania)

Bild 13: Halogenlampe
(Farbtemperatur 3000 k)

Bild 14: Leuchtstofflampe Aquarelle (Philips) |